Barbara Rittner ist „begeistert“ – von Angelique Kerber! Die Chefin des deutschen Damentennis und Eurosport-Expertin ist auch beim 4. WTA-Rasenturnier „Mallorca Open 2019“ in Santa Ponsa als Turnierbotschafterin im Einsatz. Unabhängig davon, wie das Halbfinalspiel gegen die Schweizerin Belinda Bencic am heutigen Samstagabend endet – Rittner ist überzeugt davon, dass Kerber ihren Wimbledontitel aus 2018 erfolgreich verteidigen kann.

Rittner hat Kerber dieser Tage bei den „Mallorca Open“ im Training wie bei den Matches beobachtet und schwärmt in höchsten Tönen „über ihre Athletik und wie sich Angie bewegt.“ Ja wie denn? „Sie ist immer tief und in Balance, was viel Kraft in den Beinen erfordert“, erklärt Barbara Rittner, die auch eine „kleine Schwäche“ bei Kerber ortet. „Der Aufschlag, aber auf Rasen wird das durch ihren Linkshänder-Schnitt sogar zur Stärke.“

Was Rittner an der bei den „Mallorca Open 2019“ als Nummer eins gesetzten Kerber noch begeistert: „Sie scheint sich mental sehr wohl zu fühlen und Tennis macht ihr hier richtig Spaß.“ Positiv wirkt sich laut Rittner auch die Zusammenarbeit mit dem neuen Trainer Rainer Schüttler aus. „Er ist ruhig, richtig entspannt, hat selbst alles erlebt als Top-Profi. Ich denke, dass die beiden sehr gut harmonieren.“

„Damentennis ist im Umbruch“

Zum Halbfinale der „Mallorca Open 2019“ gegen Belinda Bencic: Die letzten drei Duelle hat Angelique Kerber jeweils in zwei Sätzen, aber knapp gewonnen – in Indian Wells, beim Hopman Cup und 2018 in Wimbledon. Rittners Meinung über die 22-jährige Schweizerin: „Belinda ist eine tolle Spielerin, für mich hat sie Top-Fünf-Niveau. Im Moment wirkt sie fit wie nie zuvor.“ Im aktuellen WTA-Ranking liegt Bencic an 13. Stelle, Kerber auf Platz sechs.

Zum Generationenwechsel im Damentennis nennt Barbara Rittner ein Beispiel: „Bei den French Open in Paris lag der Altersschnitt der Spielerinnen, die den Einzug unter die letzten 16 geschafft hatten, bei knapp 22 Jahren.“ Unter den Jungstars – wie die 16-jährige Ukrainerin Marta Kostjuk oder die 17-jährige US-Amerikanerin Amanda Anisimova – findet sich keine deutsche Spielerin. „Leider ist die Lücke hinter der goldenen Generation der jetzt 30-Jährigen nicht kleiner, sondern größer geworden“, sagt die Chefin des deutschen Damentennis und verweist auf Spielerinnen wie Witthöft, Beck und Friedsam, denen man es zugetraut hätte, die Lücke zu schließen. „Ja, und Antonia Lottner schafft den Durchbruch nicht. Momentan sieht es so aus, dass die vielversprechenden Talente zwischen 14 und 17 Jahren alt sind“, analysiert Barbara Rittner und bittet die deutschen Tennisfans um ein wenig Geduld.